Jeden Tag ist ein Hornberger Schützenfest

Wenn man sich mit dem eifernden Durchschnitts-Menschen unterhält, sind die Themen oft skurriler als in so mache Seemannsgarn-Story.

Es gibt tatsächlich Menschen, welche sogar daran glauben, daß der "Kleine Mann" durch Vorbildwirkung auf die Obrigkeit einwirken könne. So nach dem Motto: 'Wenn von uns 10 Leute als Eremiten in zerlumpten Klamotten betend mehrfach ums Reichstagsgebäude pilgern, dann werden mit Sicherheit alle Bundestagsmitglieder auf ihre fetten Diäten und Pensionen von sich aus verzichten und sich mit Beträgen in der Höhe einer Minirente voll auf zufrieden geben.' Leute mit einer derartigen Geisteshaltung werden wohl nie aussterben.

Ich hatte hierzu vor einiger Zeit mit einem "Chef" (vielleicht war er auch nur Abteilungsleiter oder gar nur Gruppenleiter) eine kleinen Firma eine erregte Diskussion. Er bestaunten mein Elektroauto. Bei den heute laufend steigenden Benzinpreisen ist die Diskussion über die Kilometerkosten ist da ja nicht mehr weit; schließlich steigen sie ja scheinbar unaufhaltsam und rasant. Und dabei kam jener Chef in eine schwärmerisch erhitzte Diskussionswut. Er ließ mich dabei kaum zu Worte kommen - so ein richtiger Umweltmissionar. ;-))

Das "böse" CO2, das den echt-totalen Weltuntergang in Kürze verursachen wird, durfte dabei ja nicht fehlen. Meine Einwände, daß der ganze CO2-Rummel eine Verdummungs-Propaganda ist, womit uns die Obrigkeit nur Geld aus der Tasche ziehen will, gefiel ihm schon nicht. Da war natürlich die Diskussion über die Selbstbedienungsmentalität der Abgeordneten und die laufend steigenden Diäten für diese ebenfalls nicht weit. Der "große Chef" meinte darauf hin: "Wenn 'wir unter' alle das Vernünftige tun würden und gegenüber der Führung dort oben darauf drängen würden, daß auch sie sich dem anschließen müssen, dann könnten wir alle viel bewegen."

Auf meine Gegenfrage: "Und wie wollen Sie 'uns unten' alle unter einen Hut bringen? Ihre Untergebenen mögen sie wohl noch überzeugen können. Nach meiner Erfahrung werden Sie schon arge Mühe haben, 10 Leute von der Konkurrenzfirmen auch auf Ihre Linie zu bekommen - und wie soll das mit den übrigen 80-Millionen funktionieren?!"

Der "große Chef" konnte sich partout nicht von seiner Vorstellung lösen, daß 'wir unten' der Obrigkeit ein Vorbild sein müssen. Ich habe ihm darauf hingewiesen, daß die Menschen, wie alle Säugetiere, nachahmende Wesen sind. Sie richten sich alle nach ihrem 'Oberaffen'. Und so wie ihr 'Oberaffe' sich verhält, so mimen die 'Unteraffen' alles nach. Und wenn er als kleiner 'Unteraffe' mit solchen Ideen aus der Reihe tanzt, wird er sehr bald frustriert aufgeben, etwas ruppig zurecht gestutzt oder wenn auch das nichts nutzt aus der Affenhorde 'herausgebissen' werden.

Er wollte sich auch darauf nicht einlassen und quakte mir die übliche NWO-Propaganda-Phrase vor: "Die oben sind doch auch nur Menschen wie wir. Wenn wir denen ein gutes Beispiel geben, würden sie wohl nachfolgen! Wir unten müßten uns alle nur einig sein."

Ich darauf: "Das mit dem 'einig sein' hatten wir ja schon mal. Ich will nicht noch einmal auf die 80-Millionen zu sprechen kommen - aber wie wollen Sie - sagen wir mal - 20 Millionen einheitlich auf ihre Linie bringen?" Er kam dabei arg ins Stocken und wir kam darauf von Hölzchen aufs Stöckchen - auf die 'böse' Schwarzarbeit, welche den Staat arg schädige usw. usf.

Nun stand bei uns auch ein Rentner, der hörte aufmerksam zu. Der warf dann ein, daß er als 76-jähriger heute mit seiner Rente nicht mehr klar kommt und daß er schwarz arbeiten müsse, um seine Miete, Strom, Heizkosten usw. bezahlen zu können - ein Auto könne er sich schon lange nicht mehr leisten. Und dabei war er einstmals gutverdienender Kontrolleur bei einem sehr bekannten Auto-Hersteller gewesen. Ja, die Realität war dem "Großen Chef" dann doch recht peinlich und die ganze Diskussion endete, wie voraus zu sehen war, wie das Hornberger Schießen.